Blogbeitrag zum sozialen Klimaschutz von Andreas Winterer

26. Januar 2020

„Wir wollen mehr Demokratie wagen“ hat der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt in seiner Regierungserklärung 1969 gesagt und damit die Mitverantwortung aller gesellschaftlichen Gruppen gemeint, mit denen man ihm zufolge das Gespräch suchen müsse.

Miteinander sprechen sollte in einer lebendigen Demokratie möglich sein, finde ich. Deshalb habe ich einen Runden Tisch im Landratsamt gefordert, um mit den jungen Demonstranten und ihrer im Grundsatz absolut berechtigten Forderung nach einem konsequenteren Klimaschutz ins Gespräch zu kommen. Und es freut mich nun, dass es als einen Teilerfolg ein Treffen mit den lokalen Organisatoren von "Fridays-for-Future" geben wird.

Im Sinne von „Global denken – lokal handeln“ sind wir auch vor Ort gefragt, unseren Beitrag für Klima- und Artenschutz sehr ernsthaft zu leisten. Der Landkreis Passau hat über Jahre ein eigenes Klimaschutzkonzept und eine Nachhaltigkeitsstrategie mit vielen guten Ansätzen entwickelt.

Darüber wird man den Demonstranten und Demonstrantinnen viel berichten und selbstbewusst aufzeigen können, welche großen Anstrengungen auch in unseren Gemeinden bereits unternommen werden, um unser Klima zu schützen und die Biodiversität zu erhöhen.

Andererseits stimmt es schon, dass wir unsere Anstrengungen noch deutlich erhöhen müssen, denn viel Zeit bleibt nicht mehr, um der Klimaerwärmung samt ihren Folgen gegenzusteuern. Und noch wichtiger ist deshalb, dass die Politik offen und ernsthaft auch den jungen Leuten zuhört, deren Sorgen versteht und dann beherzt handelt.

Ich bin überzeugt, dass uns die junge Generation viele wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Projekte geben kann. Wie ist es zum Beispiel möglich, den ÖPNV in der Region so attraktiv zu machen, dass Familien in einem ersten Schritt auf das Zweitauto verzichten können? Wie verhelfen wir der E-Mobilität zum Durchbruch? Wie wollen die jungen Menschen in Zukunft nachhaltig wohnen und arbeiten – Stichwort Flächenverbrauch – und was bedeutet für sie überhaupt Lebensqualität? Wir sprechen viel über Rückkehrprogramme aus den Metropolen, aber vielleicht spielen Natur und Umwelt für Absolventen und junge Erwerbstätige eine viel größere Rolle in ihren Überlegungen als wir bisher gedacht haben.

Und zu guter Letzt müssen wir aber auch diejenigen mitnehmen, die Angst vor der Veränderung haben und nicht wissen, ob sie sich diese Neuerungen überhaupt leisten können. Wir stehen dafür, den Klimaschutz im Dialog mit Jung und Alt sozial umzusetzen. Oder anders formuliert: für Fortschritt und Zusammenhalt!

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