Blogbeitrag zur Gesundheit von Andreas Winterer

01. Februar 2020

Unterm Strich ist Niederbayern in den letzten Jahrzehnten eine Aufsteigerregion gewesen. Damit das so bleibt und das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in ganz Bayern erreicht werden kann, müssen wir Niederbayern uns als eine starke Region präsentieren und auch strukturpolitisch Akzente setzen.

Ein solcher Akzent wäre der vieldiskutierte niederbayerische Medizincampus in Verbindung mit einer Uniklinik ganz sicher. Nicht nur gerecht mit Blick auf alle anderen Regierungsbezirke, wäre er auch eine Stärkung unserer medizinischen Versorgung und ein Beitrag zur Bekämpfung des Ärztemangels.

Allerdings dürfen Modelle andernorts nicht einfach auf unseren sehr ländlich strukturierten Regierungsbezirk ohne klares Zentrum übertragen werden. Unsere Krankenhäuser in Vilshofen, Rotthalmünster und Wegscheid sind unverzichtbar, wenn wir eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in Wohnortnähe auch in Zukunft sicherstellen wollen.

Eine Medizinerausbildung muss deshalb in Niederbayern unbedingt dezentral angelegt sein und mehr als zwei oder drei Häuser einbinden, sonst kann der Schaden größer sein als der Nutzen! Wir fordern daher klar, dass in einem Mehrere-Standorte-Konzept auch Fachabteilungen an unsere Häuser gehen und die Kooperation mit dem Klinikum Passau auf Augenhöhe erfolgt. Die Einsatzmöglichkeiten der Informatik und der Telemedizin könnten ein Forschungsschwerpunkt in unserer Region werden und helfen diesen dezentralen Ansatz zu verwirklichen.

Das Kooperationsmodell des Bezirks Niederbayern mit der Karl-Landsteiner-Privatuniversität in Krems ist ein guter Anfang, der angepasst ist auf die Verhältnisse in Niederbayern und auf den man aufbauen kann.

Gar nicht oft genug betonen kann man, dass wir mit unseren Heilbädern Reha-Leistungen und Gesundheitsprävention auf Weltklasseniveau bieten können. Wir setzen uns schon seit Jahren, u.a. mit Resolutionen an die große Politik, dafür ein, den Präventionsgedanken zu stärken und die ambulante Kur wieder zur Pflichtleistung der Kassen zu machen. Unsere Kurorte Bad Füssing und Bad Griesbach sollten im Übrigen in die Pläne einer niederbayerischen Medizinerausbildung eingebunden werden, zum Beispiel durch eine Facharztausbildung in rehabilitativer Medizin. Das ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass das Prädikat „Kurort“ untrennbar mit dem Vorhandensein eines Kurarztes verbunden ist.

Als Bezirksrat begrüße ich auch uneingeschränkt die Dezentralisierung des psychologischen und psychiatrischen Angebots, denn der Bedarf ist in den letzten Jahren immens angestiegen. Mit dem Bezirkskrankenhaus Passau ist eine wohnortnahe Versorgung geschaffen worden, die es Menschen mit seelischen Problemen leichter und niederschwellig ermöglicht, sich Hilfe zu holen. Deshalb muss der notwendige Ausbau der Kapazitäten möglichst zeitnah erfolgen.

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